7. Juli 2006 – Rund 15 Prozent der Klicks auf Online-Werbung sind Betrug und haben die Werbenden in den USA im vergangenen Jahr rund 800 Millionen US-Dollar gekostet. Diese Zahlen ermittelte jedenfalls die Beratungsfirma Outsell nach einer Kundenbefragung. Und 27 Prozent der Befragten haben ihre Pay-per-Click-Werbung nach diesen schlechten Erfahrungen zurückgefahren oder ganz eingestellt.

Hersteller von Anti-Klickbetrugs-Tools gehen sogar davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Werbeklicks gefälscht sind. Und ganz böse Zungen behaupten, nahezu die Hälfte aller Klicks auf die kontextbezogenen Anzeigen der Suchmaschinen erfolgen in betrügerischer Absicht. Suchmaschinenbetreiber reagieren natürlich allergisch auf solche Verlautbarungen.

“Wir nehmen dieses Thema sehr ernst und haben viele Ressourcen gegen den Klickbetrug eingesetzt", erklärte ein Googlesprecher. Man habe das Problem im Griff und außerdem stelle der Klickbetrug lediglich ein kleines Problem dar. Yahoo sieht Klickbetrug ebenfalls als ein wichtiges Problem an, es sei aber eine zu bewältigende Herausforderung. Yahoo habe das Problem schon von Anfang an gesehen und effektive Anti-Klickbetrugs Systeme eingebaut.

Der deutsche Anbieter für Besucher-Tracking eTracker hat kürzlich Zahlen genannt, aus denen sich die deutsche Dimension des Klickbetrugs abschätzen lässt. Danach schnellen die Betrugsraten immer dann in die Höhe, wenn ein Preis von rund einem Euro pro Ad-Klick überschritten wird. Im Bereich Versandhandel ermittelte eTracker Betrugsraten von durchschnittlich 11,6 Prozent, bei Reise und Touristik 9,5 Prozent und bei Banken und Versicherungen 4,1 Prozent.

Die Spitzenwerte liegen bei 21 Prozent. Noch erschreckender sind die Zahlen auf Partnersites, beispielsweise im Google-Adsense-Programm: Dort beginnt die Betrugskurve schon bei Anzeigenpreisen von 50 Cent anzusteigen, durchschnittliche Betrugsraten um 20 Prozent sind normal; Spitzenwerte toppen die 40 Prozentmarke.

Auf der einen Seite vertreibt der heftige Klickbetrug die Werbekunden. Auf der anderen vergrault Suchmaschinen-Spam die Suchenden sowie gekaperte Website-Inhaber gleichermaßen. Wie viel Millionen Spam-URLs in den Datenbanken der Suchmaschinen faulen, vermag kein Experte genau zu beziffern.

Aber solange solche Domains wie “uup99x.org”, “mielec.pl”, “tychy.pl”, “jgora.pl”, “nanamouskouri.be” oder “zagan.pl” immer wieder begierig von den Robots geschluckt werden, gibt es kaum Hoffnung auf Besserung.

Allein von diesen fünf Domains hat Google aktuell knapp 6 Millionen Spam-Seiten indiziert!

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