10. März 2010 – Wer Websites professionell und effektiv betreuen will und sich auch um deren Ranking in den Suchmaschinen kümmern muss, kommt ohne die so genannten SEO-Tools nicht mehr aus. SEO ist die Kurzform des englischen Begriffs "Search Engine Optimization" – also Suchmaschinenoptimierung.

"Advanced Web Ranking" (AWR) sowie "Advanced Link Manager" (ALM) von Caphyon sind solche – in diesem Fall kostenpflichtigen – SEO-Tools, mit denen man zum Beispiel die Suchmaschinenpositionen (search engine ranking), die Zahl der Backlinks (Rückverweise) oder mit dem "Keyword Research Tool" neue Keywords für seine Projekte finden kann. Mit diesen und anderen Fakten ist der SEO-Profi dann gut ausgerüstet, um das "website ranking" zu kontrollieren.

Der SEO-Fuchs | SEO Files Der SEO-Fuchs | SEO FilesDas Programm-Logo von AWR hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Firefox-Symbol. Kalkül? Firefox betrachtet Webseiten; AWR analysiert den SEO-Erfolg von Webseiten. Zwei völlig unterschiedliche Anwendungen. Aber vielleicht wollen die Caphyon-Leute damit nur den Mythos des "schlauen Fuchses" assoziiert wissen, oder auf den ersten kurzen Blick irgendwie von der Popularität des Webbrowsers profitieren? Egal! Viel wichtiger sind doch die Antworten auf die Fragen, wie funktioniert das Tool, und was kann es?

AWR in der aktuellen Version 7.1 wird für die Betriebssysteme Mac OS X ab 10.4 (hier in einer kostenlosen 30-Tage-Version getestet), Linux (mit GNOME oder KDE) sowie Windows 2000, XP, Vista und Windows 7 angeboten.

Beim Anlegen eines neuen Projekts müssen zunächst die Suchmaschinen markiert werden, mit denen man das Keyword-Ranking überprüfen will. Standardmäßig sind Google.com, Yahoo.com und Bing.com bereits ausgewählt. Mit dem Menü Suchmaschinen bearbeiten kann diese Liste aber problemlos um weitere 2041 Suchmaschinen ergänzt werden. Diese Bibliothek wird – wenn nötig – automatisch beim Programmstart aktualisiert.

Der SEO-Fuchs | SEO FilesFür die Arbeit eines Webmasters in Hamburg mag das Webseiten-Ranking seiner norddeutschen Kundschaft im japanischen Goo jedoch irrelevant sein. Und wer bitte schön, interessiert sich hierzulande und anderswo für ein Top-Ranking in Abacho? Nun denn.

Im nächsten Schritt werden jetzt die zu prüfenden Keywords entweder einzeln hinzugefügt oder aus einer Textdatei importiert – ein hilfreiches Feature. Aber: Vorsicht Falle – Vorsicht Sonderzeichen. Trotzdem spart der Import nicht nur viel Zeit, sondern auch die lästige Einzeleingabe. Allerdings kann man sich bei der Einzeleingabe alternative Keyword-Vorschläge von Google Suggest oder Wordtracker online einholen, die auch gleich die Anzahl der Suchergebnisse mitliefern.

Der SEO-Fuchs | SEO FilesÜber den Button Erstellen hilft AWR zusätzlich bei der Generierung möglicher relevanter Keywords. Alle Keywords können zudem farblich sortiert werden und nach einer Priorität von Null bis Fünf unterschiedlich gewichtet, aktiviert und deaktiviert werden. Die Buttons Translate und Spelling generieren im Testlauf allerdings Fehlermeldungen.

Der SEO-Fuchs | SEO Files(update – oops, da hat mich mein Mac gefoppt. Nach einem Festplattencheck und Frühjahrsputz funktionieren die genannten Einstellungen tadellos; auch der Import der Kewords klappt jetzt ohne Kuddelmuddel.)

Nach der Erstellung der Keyword-Liste erfolgt dann die Eingabe der URL. Beim Ranking-Check wird nicht nur die Homepage der Domain berücksichtigt, sondern alle in den Suchmaschinen indizierten Unterseiten erfasst. Soll nur eine spezielle Unterseite untersucht werden, kann diese auch direkt eingegeben werden. Im nächsten Schritt können die notwendigen Angaben zum E-Mail-Versand gewonnener Erkenntnisse gemacht werden. AWR funktioniert aber auch ohne diese Einrichtung.

Somit ist das Projekt angelegt; fehlt nur noch der Projektname und ab dafür! Hinüber zum ersten Website Ranking. Die Spannung wächst. Aber je mehr Suchmaschinen und Keywords angegeben wurden, desto länger kann das Update dauern. Standardmäßig sieht AWR eine Wartezeit zwischen den einzelnen Suchmaschinen-Abfragen von 15 bis 20 Sekunden vor. Bei einer Auswahl von 50 Keywords und fünf Suchmaschinen, die bis zu einer Suchtiefe von Platz 500 abgefragt werden, kann die Wartezeit sehr sehr lang werden. Aber über das Menü Einstellungen lässt sich die träge "Suchmaschinenfreundlichkeit" wieder abschalten.

Der SEO-Fuchs | SEO FilesDanach lauert aber gleich die nächste Falle im praktischen Betrieb. Denn Suchmaschinen werten häufige Suchanfragen (Queries) in kurzer Zeit von ein und derselben IP als Spam-Attacke. Mit der Konsequenz, dass AWR entweder komplett für diese Sitzung von den Suchmaschinen ausgesperrt wird, oder falsche Ergebnisse von ihnen erhält. Beides nervt.

Zur Lösung des Problems bietet AWR die Möglichkeit, die Suchanfragen über Proxy-Server mit unterschiedlichen IP zu verteilen. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte seine Projekte "klein halten" und wenn ein Projekt von AWR bearbeitet wurde, das Programm beenden. Anschließend die Internet-Verbindung unterbrechen und gleich wieder neu beim Provider anmelden: der PC erhält nun eine andere IP. Jetzt kann das nächste Projekt "suchmaschinenunfreundlich" mit AWR aktualisiert werden. Fix getrickst, aber erfolgreich!

Die Aufbereitung der vielen gewonnenen Daten beeindruckt. Alle Ergebnisse zeigt AWR in Tabellen oder mit Grafiken. Diese zu betrachten, macht allein schon Spaß (wenn die Richtung nach oben geht, umso mehr). Und die Charts liefern auch wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Optimierungen.

Der SEO-Fuchs | SEO FilesDer Klick auf den ermittelten Rang für ein Keyword in der entsprechenden Suchmaschine öffnet das Browserfenster, und man kann "live" überprüfen, ob das AWR-Ergebnis auch stimmt. Die Zahlen hinter den grünen und roten Pfeilen zeigen die Positionsveränderungen im Vergleich zur ausgewählten Referenz an. Das rote Kreuz bedeutet: Aus dem Index gefallen.

Der SEO-Fuchs | SEO FilesDer SEO-Trend im Chart: Für jedes Keyword aus dem Projekt kann AWR die ermittelten Positionen in einer farbigen Grafik anzeigen. Wobei eine Farbe die Ergebnisse einer Suchmaschine repräsentiert. Darüber hinaus lässt sich mit AWR natürlich auch feststellen, wo und wie die potenzielle Konkurrenz platziert ist.

All diese Ranking-Daten können in umfangreiche Berichte exportiert werden. AWR unterstützt dafür die Formate PDF, Excel, HTML, CSV, XML oder Text. Dabei kann auch das Design und der Kopfteil beliebig formatiert werden, um zum Beispiel Geschäftsberichte an Kunden in deren Unternehmens-CI zu verschicken.

Fazit: Advanced Web Ranking ist ein sehr professionelles Tool, das mit zahlreichen wertvollen Features aufwartet und seinen Preis hat. AWR gibt es in acht unterschiedlichen Versionen: beginnend beim billigsten Basispaket für 99 US-Dollar bis zur teuersten Variante für 789 US-Dollar als Server-Version. Alle Programmpakete beinhalten 12 Monate kostenlose Updates und technischen Support. Für eine Handvoll Dollar extra erhält man den Link-Checker "Advanced Link Manager" (ALM) dazu.

Einem Programm, das sich speziell der Analyse von Links widmet und den Arbeitsbereich von AWR ergänzt. Die Anwendungen sind deshalb auch ähnlich zu bedienen. ALM schnüffelt – wenn man es denn zulässt – in zahlreichen (für deutsche Webmaster auch exotischen) Datenbanken nach Backlinks. Schon mal was von Kvasir gehört?

Der SEO-Fuchs | SEO Files In Sachen Wartezeiten und "Suchmaschinenfreundlichkeit" gelten bei ALM dieselben Spielregeln wie bei AWR. Wählt man nun drei oder vier Suchmaschinen für eine Backlinkabfrage aus, kann das Ergebnis recht schnell vorliegen: je nachdem wie viel Backlinks gefunden wurden. Es wird dabei nicht nur ermittelt, wer verlinkt, sondern auch wie: in Worten oder mit einer Grafik. Sind es "nofollow"-Links oder echte. Mit diesen Angaben erstellt ALM auch farbige Grafiken, die zum Beispiel die Anzahl der Backlinks über einen längeren Zeitraum darstellen.

Der SEO-Fuchs | SEO FilesALM eignet sich bestens zur Auswertung von Backlinks, zum Beispiel um auch potenzielle Linkpartner zu entdecken. So lässt sich die "link popularity" der Projekte durch neue Links von anderen Webseiten, die für die gleichen Suchbegriffe relevant sind, kontinuierlich verbessern.

Der Link Manager hilft bei tausenden von Links einen gescheiten Überblick zu behalten. ALM zeigt z.B. eine Warnung, wenn ein bisher vorhandener Linkpartner die Links gestrichen oder unerwartet auf "nofollow" gesetzt hat.

Fakten, die ein Suchmaschinenoptimierer für seine erfolgreiche Webarbeit dringend benötigt.

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